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Adventskalender für Sternenkindeltern

Daniela: Du hast einen tollen Adventskalender für dein Sternenkind gestaltet - ich berichte regelmäßig davon! Wie kamst du auf die Idee?

 

Maria: Ich habe nach dem Tod meines Sohnes im Herbst überlegt welche Art von Adventskalender ich für meinen älteren Sohn gestalten will. Und relativ schnell war für mich klar: beide Kinder sollen etwas bekommen. Beide Kinder sollen jeden Morgen in irgendeiner Weise Aufmerksamkeit erfahren. Für meinen großen Sohn habe ich 24 Fotos entwickelt von ihm mit Freund*innen. Mir war dabei wichtig, dass sichtbar ist dass er gute Begleiter*innen hat im Leben.

 

Daniela: Das ist dann so schmerzlich anders bei einem Sternenkind.

 

Maria: Auf den ersten Blick, ja. So richtig wusste ich noch nicht wo es hingeht aber ich habe mal 24 Sterne ausgeschnitten und nummeriert. Dabei kam ich schon in die Erinnerung an die Menschen um ihn und uns herum.

 

Daniela: Dein Sohn war zwei Tage auf der Welt, daher gab es doch einige Menschen außerhalb der engsten Familie, die ihn tatsächlich kannten.

 

Maria: Ja. Das stimmt. Aber mir kamen auch diejenigen in den Sinn, die meine Schwangerschaft miterlebt haben. Die Kollegin, die mir Blumen mitgebracht hat aus Freude. Meine kleine Nichte, die sich immer an den Babybauch geschmiegt hat. Ich habe jede Person auf einen Stern geschrieben. Auf die anderen Sterne habe ich besonders wichtige Erinnerungen aufgeschrieben. Momente, Gedanken, Gefühle, Sätze.

 

Daniela: Das stelle ich mir sehr intensiv und tröstlich vor. Trauerarbeit. Liebesarbeit. Auf 24 Sternen. Wie wurde ein Kalender daraus?

 

Maria: Alle Sterne habe ich aufgefädelt. Jeden Tag nachdem wir den Kalender des großen geöffnet haben, haben wir einen Stern von der Schnur abgeschnitten. Wir haben die Erinnerungen gemeinsam gelesen und die Botschaft an die Kerze in der Küche gestellt.

 

Daniela: Und so haben beide Kinder ihre Aufmerksamkeit bekommen. Machst du das heuer auch? Mit den Erinnerungen, die du bereits hattest?

 

Maria: Seither ist das unser festes Ritual und es kommen jedes Jahr neue Erinnerungen dazu: zum Beispiel schreibe ich den Text des Liedes auf, das ich rund um den letzten Sternengeburtstag oft gehört habe und sehr mit ihm verbinde. Oder Oder den Namen von einem anderen Sternenkind, dessen Eltern ich kennenlernen durfte. Oder oder oder…